Donnerstag, 13. Oktober 2011

Gedankengänge


Morgen Nachmittag ist meine letzte Schicht im Kinderspital von Brasov. Es gibt einige Kinder, die ich während den ganzen zwei Wochen betreut habe und es gibt Kinder, die ich nur etwas zwei Tag gesehen habe und die bereits wieder zu Hause sind. Ich versuche Schlüsse zu ziehen aus der wertvollen Zeit hier, doch schlussendlich muss ich einsehen: Jedes kleine Geschöpfchen, jedes Leben, dem ich hier begegnet bin ist ganz individuell und unantastbar. Das ich die Möglichkeit erhalten habe, im Leben dieser Kinder ein Spur zu hinterlassen, ihnen ins Gesichtchen schauen durfte und ihr Lächeln empfangen durfte, ist nicht etwas, dass auf mein "Konto" zu verbuchen ist. Nein, es macht mich unendlich demütig und zeigt mir, nicht ich bin der Held sondern sie! Die vielen Menschlein, die sich tapfer und mutig den Weg ins Leben bahnen, die trotz wunden Popos, triefender Nase, Mamas, die nicht zu Besuch kommen, Schwestern, die einem gnadenlos Spritzen unter die Haut jagen und einsamen Nächten nie die Lebensfreude, das Vertrauen und die Offenheit für ein Lächeln verlieren.
Mit neuem Mut das Leben zu lieben, werde ich nach Hause zurückkehren. Im Herzen das Lächeln und die Freude derer, die am wenigsten zu Lachen haben.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Für ihn... und all die anderen.

Zum dritten Mal habe ich heute die Crocs und Spitalgwändli angezogen, das Desinfektionsmittel in die Tasche gesteckt und bin mit den beiden netten Leuten vom Projekt im vierten Stock ins erste Zimmer reingegangen. Das Baby vorne links weint immer... es ist ein grosser, starker Junge und ist erst glücklich wenn er auf dem Schoss sitzen darf und man sich mit ihm beschäftigt. Mittlerweile kenne ich "meine" kleinen Pappenheimer. Im dritten Stock liegt bzw. steht ein ca. 3-jähriger, kleiner Junge im Bett und ruft nach der Mama. Nun schon 3 Tage lang. Es bricht mir fast das Herz... Nimmt man ihm aus dem Bettchen spielt er nur mit geringer Lust mit dem Ball oder dem kleinen Bagger. Alles was er will ist Mama. Und dabei zeigt er mit dem Finger zum Fenster raus über die Dächer der Stadt: Dort ist Mama! Ich hab ihm etwas Tee angeboten und er hat ihn mit zittrigen Händen durstig ausgetrunken. Das Weinen macht durstig. Er schöpfte Vertrauen. Ich nahm in auf den Schoss und wiegelte ihn und er beruhigte sich und wurde ganz still und schläfrig. Ich hätte ihn gerne noch Stunden gewiegelt, aber irgendwann musste ich ihn wieder ins Bett zurücklegen und die Angst verlassen zu sein kehrte in seine Augen zurück und er weinte herzzerreissend. Ich streichelte ihm nochmals über die Wangen und wünschte für ihn, die Welt wäre besser.
Gestern Abend wurden wir von den jungen Frauen des Projekts in ihren Garten eingeladen zu einem gemütlichen Abend am Feuer mit Stangenbrot. Grossteils sind es Amerikanerinnen aber es gibt auch Deutsche darunter. Sie kümmern sich liebevoll um "ihre" Zigeunerfamilien von Brasov (viele Babys die im Spital liegen kommen aus dieser Siedlung), geben Kurse, bringen Babys zurück, führen Teenager-Clubs und vieles mehr, um die Umstände zu verbessern. Man fühlt sich sogleich wohl unter ihnen und sie nehmen einen ganz offen und freundlich in ihrer Mitte auf. Wir sitzen am Feuer und haben alle das gleiche im Herzen: die kleinen Geschöpfe im Spital.

Montag, 3. Oktober 2011

und es existiert doch.

Erster Tag in Rumänien. Heute morgen hatten wir ein erstes Treffen mit den Leitern des Projekts im Kinderspital in Brasov. Alisha führte uns nach Erledigung der Formalitäten auf die Stockwerke, um uns zu zeigen, was morgen unsere Aufgabe sein wird. Ich dachte, ich wüsste was mich erwartet, ich habe ja die Bilder gesehen. Ich war trotzallem nicht gefasst darauf, dass das was ich gesehen hatte, tatsächlich in Realität existiert. In den weiss gekachelten Räumen stehen hohe Eisengitterbetten mit einer weissen Matraze. In jedem Bettchen liegt ein kleines Würmchen. Wenn du in den Raum trittst staunen dich entweder grosse stille Baby-Äuglein an oder das Müdchen ist verzogen zu einem bittern Weinen. Nimmst du es raus spürst du, dass du einen richtigen Menschen im Arm hältst. Es könnte DEIN Kind sein, dass du im Arm hältst. Es schmiegt sich an deine Schulter - du spürst die Sehnsucht nach Liebe, Trost und Nähe. Aber es kommt der Moment, in dem du das Baby wieder zurücklegen musst. Es ist auch der Moment, in dem das Weinen wieder beginnt. Aber es hilft nichts, du musst aus dem Raum gehen, ins nächste Zimmer, zum nächsten Bett.
Manches Kind ist schon längstens wieder gesund, wartet darauf, dass es wieder abgeholt wird - aber es kommt niemand. Niemand.
Jedes Kind ist ein spezieller Gedanke Gottes. Es ist mir eine Ehre hier zu sein.

Dienstag, 27. September 2011

Vorbereitungen

Die letzen beiden Abende habe ich den Vorbereitungen für Rumänien gewidmet. Es macht grossen Spass! Vor zwei Wochen habe ich einen Waschkorb voller Babykleidchen erhalten. Gestern nahm ich mir Zeit sie zu erlesen. Das war aber gar nicht nötig, es sind perfekt erhaltene Kleidchen - wie neu! Das waren die ersten Minuten meines Lebens, die ich ernsthaft Babykleidchen gewidmet habe - ich könnte mich daran gewöhnen ;). Ich freue mich schon sehr, sie zu überreichen! Ich möchte euch etwas an der Freude und dem Jöööh-Effekt teilhaben lassen.



Sonntag, 25. September 2011

Donnerstag, 1. September 2011

Neustart


Bald schon ist es wieder Zeit die Koffer zu packen. Ich freue mich auf einen 2-wöchigen Freiwilligeneinsatz in Rumänien. Mit Freunden darf ich während dieser Zeit Babys halten, wickeln und einfach Nähe und Liebe zeigen. Das Krankenhaus in der Nähe eines Roma-Dorfes ist leider nicht nur ein Krankenhaus, sondern auch ein Kinderheim. Viele minderjährige Roma-Mütter lassen die Kinder nach der Geburt oft einfach im Krankenhaus zurück und diese Kleinen bleiben im Bett liegen und werden irgendwie (?) gross. Zwei junge Frauen haben angefangen sich um diese Babys zu kümmern und daraus ist eine wachsende Freiwilligenorganisation entstanden: http://www.firmfoundationsromania.com/

Mit gemischten Gefühlen schaue ich auf diese zwei Wochen aber am meisten freue ich mich, Hände Gottes für diese Kinder sein zu dürfen. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Video: http://www.youtube.com/watch?v=N9oOjWgV9v8&feature=player_embedded#!

Be blessed!

Dienstag, 15. März 2011

Lobpreis


Mit jedem Atemzug draussen, freue ich mich über den Frühling, der in der Luft liegt. Wie liebevoll ist doch der Herr, die Natur wieder erwachen zu lassen! Der gestrige Waldspaziergang erfüllte meine Herz mit grossem Lobpreis und Dank. Jeder Vogel zwitschert das Lob aus voller Brust in den Himmel. Es ist herrlich, den Schöpfer zu kennen und ihn zu lieben!

Sonntag, 23. Januar 2011

Geduld tut euch not...


Aber wenn wir auf etwas hoffen, das wir noch nicht sehen, müssen wir mit Geduld und Zuversicht darauf warten.
Der Heilige Geist hilft uns in unserer Schwäche. Denn wir wissen ja nicht einmal, worum oder wie wir beten sollen. doch der Heilige Geist betet für uns mit einem Seufzer, das sich nicht in Worte fassen lässt. Und der Vater, der alle Herzen kennt, weiss, was der Geist sagt, den der Geist bittet für die, die zu Gott gehören, wie es dem Willen Gottes entspricht. Und wir wissen, dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten führt.
Römer 8, 25 - 28

Heute wollte ich wissen, was die Bibel über Geduld sagt. Ein Thema, das mich zurzeit beschäftigt. Es ist keine Stärke von mir. Leider. Geduld ist eine schöne Tugend. Eine geduldige Person besitzt die Kraft der Selbstbeherrschung, sie strahlt eine ansteckende Zuversicht aus und man fühlt sich wohl in der Umgebung dieses Menschen. Aber Geduld ist nicht nur schön und wichtig, nein, sie ist überlebenswichtig! In Jakobus 1, 2-4 steht, dass man nur mit Geduld bis zum Ende durchhalten wird. Es ist also nie zu spät Geduld zu üben. Man sollte jede Gelegenheit wahrnehmen, die Gott einem über den Weg schickt, um Geduld zu üben. Denn diese Tugend kann nur in realen Situationen geübt werden und wenn alles glatt läuft braucht es in unserem Land nicht allzu viel Geduld. Alles geht fast von selber und atemberaubend schnell.
So mühsam die Geduldsproben sind, sollten wir "dankbar sein in allen Dingen". Es ist hart. Möge der Herr vorallem mir selber helfen, diese Lektionen dankbar anzunehmen.

Be blessed!