Montag, 19. November 2007

Ein ganz normaler Sonntag?

Es gibt Tage, die fangen ganz normal an und irgendwann in einer Minute nehmen sie eine ganz ungewöhnliche Wende und abends fühlt man sich wie ein kleines Kind am Weihnachtsbaum, das gerade alle Geschenke ausgepackt hat und nicht weiss mit was es zuerst spielen soll.

Um sieben Uhr hat mein Wecker gestern geklingelt. Im Halbschlaf überlegte ich, ob ich nun wirklich in dieser Affenkälte den Hund aus dem Tierheim holen soll, um mit ihm zwei Stunden zu spazieren. Ich müsste nicht... Irgendwann hat der Hund aus dem Tierheim gegen den inneren Schweinehund gesiegt und ich bin aufgestanden. Schon auf dem Weg zum Bahnhof, gut eingepackt in meine Jack Wolfskin-Jacke (Danke, Mami!) , war ich dann doch froh, so entschieden zu haben. Welchen Hund ich bekommen für den Spaziergang ist immer wieder eine Überraschung. Diesmal erhielt ich einen perfekt zum Wetter und meiner Ausrüstung passenden Hund. Einen kleinen aber wunderschönen Sibierien Husky. Balan ist sehr selbstständig und trotzdem merkwürdig schreckhaft, was wohl auf seine Geschichte schliessen lässt. Wir haben uns ausgezeichnet verstanden. Der weisse Winterwald, der schöne Hund an der Leine, die frische Luft und die Ruhe waren, wie immer, meine Tankstelle. Trotz dicker Jacke und tief in die Stirn gezogene Mütze, genoss ich die warme Dusche zu Hause. Ich ass dann das Sandwich, machte meine Haare zurecht und wollte grade am Computer Fotos bearbeiten, da klingelt mein Festnetztelefon. Wer könnte das sein? Niemand würde mich am Sonntag aufs Festnetz anrufen, da ich ja nie da bin, eigentlich. Dran war meine Diakonin und sie meinte, ich müsse sofort in die Gemeinde kommen, das Fernsehn kommt und sie wollen ein Interview machen über die Weihnachtspäckli-Aktion. Wow. Okay, was zieht man da an? Innert einer halben Stunde war ich vor Ort und wir richteten gemeinsam die Päckli her. Mit grosser Verspätung traf der Reporter ein, filmte die Päckli und stellte mir einige Fragen. Wer es wissen will: Die Kamera, mit der er mich filmte, ist soviel wert, wie ein neues, wirklich gutes Auto...

Drei Stunden später sassen meine Diakonin und ich bei einer Kollegin zu Hause im Wohnzimmer und durften uns selber in den Nachrichten angucken... wie seltsam und lustig zugleich. Wenn Gott das Timing in die Hand nimmt, dann passt es perfekt. Seine Wege sind ja soviel höher als unsere und man weiss nie was Gott mit dem Schritt, den man jetzt gerade tut in Zukunft alles bezwecken will.

Bis die Sendung ausgestrahlt wurde, war ich unterwegs auf Besuch. Das ist jedoch eine andere Geschichte und ein langer Post wert. Ich werde es aufschreiben sobald ich Zeit dazu habe.

Ich wünsche euch allen einen guten Start in die neue Woche. Kalt ist es immer noch, aufstehen lohnt sich aber trotzdem, man weiss ja nie, was der Tag bringen wird...

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