"Mit 14 Jahren fing ich dieses 1. Tagebuch an!" - Das steht auf der ersten Seite meines allerersten Tagebuchs. Das rot-/goldene Buch mit Schlüssel bekam ich von meiner Mutter zu Weihnachten geschenkt. Im Winter 1997 standen wir gemeinsam in einer schönen Papeterie und ich durfte mir eines aussuchen. Es gab wunderbare Exemplare mit Fotos von Pferden, Katzen und Hunden, Blumen und Delphinen. Doch es musste ein speziell schönes sein! Eines, das erwachsen und lebenstauglich ist und würdig, mich über Jahre zu begleiten, denn es sollte doch MEINE Lebensgeschichte drinstehen. Meine Mami erlaubte mir gerne, dieses edle Stück und legte es liebevoll unter den Weihnachtsbaum. Am 8.1.1997 begann mit dem ersten Eintrag meine Reise mit Tagebuch. Ehrfürchtig sass ich am Schreibtisch, draussen lag Schnee und es dunkelte schon und ich legte mein ganzes Herz in die Gestaltung der ersten Seite und für den ersten Eintrag benutzte ich meinen schönsten Füllfederhalter. Gerade an diesem Tag ist einer meiner Zwerghasen gestorben und so war der erste Eintrag eher ein trauriger: " ... Jetzt ist Nina im Wald begraben aber irgendwie ist das komisch, ich habe so ein Gefühl als habe ich sie allein und im Stich gelassen..." Mittlerweile bin ich am zehnten Buch und Häschen sind keine mehr gestorben und meine Handschrift ist bedeutend erwachsener und unleserlicher geworden, meine Gedanken haben sich entwickelt. Etwas ist jedoch unverändert geblieben. Ich habe von Anfang an Gott im Himmel die Erlaubnis gegeben, als einziger, vollen Zugang zu meinen Büchern zu haben. Was ein kindlicher Wunsch war, wurde mit jedem Jahr wertvoller. Was ich auch immer schreibe ist für ihn jederzeit zu lesen. In jedem der Bücher finden sich unzählige schriftliche Gebete und ich weiss, dass Gott jedes gelesen und sich zu Herzen genomme hat. Und konnte ich auch oftmals nicht mehr mündlich beten, so habe ich meistens im Tagebuch schriftlich gebetet. Ein kleiner Auszug, geschrieben im Juli 09: ".... Kann man sich den Frieden vorstellen, den ich grade erleben darf? Ich liege am Meer, im Windschatten eines Busches. Es ist halb 9 Uhr morgens. Das Meer fasziniert mich. Es ist so mächtig, so unendlich und doch kennt es seine Schranken. Ich stelle mir vor, ich könnte auf diesem Wasser bis nach Afrika oder zum Nordpol gelangen, in ferne Schönheiten. Ich geniesse die Zweisamkeit mit Gott. ..."
Zweisamkeit mit Gott. Für mich etwas, was Tagebuchschreiben so wertvoll macht und obwohl es ab und zu längere Unterbrüche gibt - aufgeben könnte ich es nicht. Es gehört zu mir.
Die Reise kann weitergehen.
Be blessed!
1 Kommentar:
Ich lerne immer mehr verstehen und schätzen wie wertvoll ein Tagebuch ist, einfach so manches schriftlich loswerden zu können, wozu man sich sonst nicht frei fühlt, Gedanken auffädeln und verarbeiten ... und wissen, dass Gott es recht führen wird! Ich wünsche dir weiter eine gute Reise ...
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