Erster Tag in Rumänien. Heute morgen hatten wir ein erstes Treffen mit den Leitern des Projekts im Kinderspital in Brasov. Alisha führte uns nach Erledigung der Formalitäten auf die Stockwerke, um uns zu zeigen, was morgen unsere Aufgabe sein wird. Ich dachte, ich wüsste was mich erwartet, ich habe ja die Bilder gesehen. Ich war trotzallem nicht gefasst darauf, dass das was ich gesehen hatte, tatsächlich in Realität existiert. In den weiss gekachelten Räumen stehen hohe Eisengitterbetten mit einer weissen Matraze. In jedem Bettchen liegt ein kleines Würmchen. Wenn du in den Raum trittst staunen dich entweder grosse stille Baby-Äuglein an oder das Müdchen ist verzogen zu einem bittern Weinen. Nimmst du es raus spürst du, dass du einen richtigen Menschen im Arm hältst. Es könnte DEIN Kind sein, dass du im Arm hältst. Es schmiegt sich an deine Schulter - du spürst die Sehnsucht nach Liebe, Trost und Nähe. Aber es kommt der Moment, in dem du das Baby wieder zurücklegen musst. Es ist auch der Moment, in dem das Weinen wieder beginnt. Aber es hilft nichts, du musst aus dem Raum gehen, ins nächste Zimmer, zum nächsten Bett.
Manches Kind ist schon längstens wieder gesund, wartet darauf, dass es wieder abgeholt wird - aber es kommt niemand. Niemand.
Jedes Kind ist ein spezieller Gedanke Gottes. Es ist mir eine Ehre hier zu sein.
2 Kommentare:
Ich bin auch gespannt auf weiter Berichte von Rumänien. Finde euch klasse! Ich wär die ganze Zeit am weinen vor lauter Elend der Kinder und würde jedes einzelne am liebsten mit nach Hause nehmen! Lieben Gruss an die frischgebackenen Ostschweizer... ;-)
Es hat mich richtig berührt das zu lesen!
Kommentar veröffentlichen