Freitag, 12. Oktober 2007

Manuela

Manuela, sie schreiben über dich und versuchen dich und das was mit dir geschehen ist der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Doch nur wenige von denen die die Zeitung in der Hand halten, haben dich lachen gesehen, haben deine Scherze gehört, haben sich mit dir über Gott und die Welt unterhalten, haben dich Kaugummi kauen gesehen und deine roten Fingernägel sehen können, haben gehört wie du deine Eltern liebst und wie glücklich du mit deinem Freund warst. Wo du warst ist die Sonne aufgegangen. Wenn ich die Gelegenheit hatte mit dir nach Fribourg und zurückzufahren – dies mind. einmal die Woche - war der Tag schon um einiges schöner. Zusammen auf der Treppe des übervollen Zuges sitzend, haben wir den Schultag Revue passieren lassen und uns köstlich über die Lehrer und deren Missgeschicke und Aussagen amüsiert. Unsere Plauderei steckte meistens die Leute um uns an und oft waren die Mitreisenden um uns in die lustige Unterhaltungen involviert, seien es die Studenten die nach Bern zurückfuhren oder die Militärler. Du warst ein grosser Fan vom SCB und hast jeden Spieler charakterisieren und benennen können. Deine Begeisterung war schon fast ansteckend. Deine Handschrift war voller Energie und hat dich wunderbar widerspiegelt. Egal ob es halb 7 am Morgen war oder 17.00 Uhr am Abend nach einem langen Schultag, du warst immer aufgestellt und fröhlich, immer! Ich weiss, man kann vieles idealisieren, vor allem wenn der Mensch nicht mehr da ist, aber bei dir war es WIRKLCH so! Wie oft haben wir zusammen die 20-Minuten-Zeitung durchgeschaut haben gelacht und lautstark unsere Meinungen geäussert. Jetzt sitze ich alleine im Zug, der Sitz vis-a-vis von mir wird immer leer bleiben und ich muss über DICH lesen. Ich muss etwas lesen zu dem du, wäre es nicht dich gewesen, du dein ganzes Mitleid und Traurigkeit bekundet hättest. Du mochtest die Comic-Seite ganz besonders den „Beule“ gerne. Eigentlich wollten wir doch noch zusammen auf den Gurten gehen, um das Herbstwetter zu geniessen.

Du hast dich so sehr auf den Sprachaufenthalt gefreut und bedauert, dass du nicht beim Geburi deines Grosis anwesend sein kannst. Ja, deine Familie war dir Gold wert. Deine Cousins waren deine Helden.

Ein ganz wertvoller Mensch ist viel zu früh aus dem Leben gerissen worden. Ich kann nur hoffen, dass sich in deinen letzten Stunden nicht alles Böse und Schlimme dieser Welt vereint hat.

Du hast eine riesige Lücke hinterlassen und sie wird nicht wieder zu schliessen sein. Ich mochte dich von ganzem Herzen!

Dieser Beule hast du nicht mehr gesehen aber er hätte dir sehr gefallen!!

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