Donnerstag, 12. März 2009

Praxisgeschichten

Jede von uns Zahnarztgehilfinnen muss einmal im Monat einen langen Freitag arbeiten. D.h. solange bis der Chef auch nach Hause geht. Es entspricht zwar nicht gerade meinem Ideal, aber da gibt es nun mal kein Drumherum. Letzten Freitag war ich an der Reihe und man hofft natürlich immer, dass man einen "gnädigen" Abend erwischt und nicht sehr streng eingeschrieben ist. Wie es schien hatte ich kein Glück: Um 18.00 Uhr war doch tatsächlich noch eine Inlay-Präparation eingeschrieben... Ein aufwändiges Unterfangen. Ich betete innerlich, dass es doch einen Weg geben würde, dass ich nicht bis um 20.00 Uhr in der Praxis bleiben müsse. Herr F., die betreffende Person rief uns um 17.00 Uhr an, er sei immer noch in Zürich, der Verkehr sei immens und der Schneefall auch. Er probiere aber noch zu kommen. Eine halbe Stunde später informierte er uns, dass er erst in Gunzgen sei. Und übrigens: Er komme so oder so. Der Chef müsse halt dann später Znacht essen. Auf meine Frage, was denn mit der Gehilfin sei (die ja sinnigerweise ich war) meinte er nur, die nehme er anschliessend mit zu einem Apéro.

Ich muss bemerken, dass dieser Mister ein ehemaliger Schulkollege von meinem Chef war und die beiden sich kennen. Trotzdem... innerlich wünschte ich ihm noch ein bisschen mehr Schneefall :). Praise the Lord, er hat meine Gebete erhört, denn eine Viertelstunde später musste mein Chef ihm definitiv absagen und mein Sabbatanfang war nicht vollständig im Eimer.

Anmerkung: Heute kam Herr F. zur erwähnten Präparation und der Zufall wollte es, dass ich bei der Behandlung assistierte. Ein, gelinde gesagt, total herausgeputzer Mann mit Anzug, Krawatte und polierten Lederschühlein. Mein Chef meinte, leider habe er in St. Gallen studiert... da werde man so. Doch er tat etwas, dass noch nicht viele getan haben. Er kam zur Tür rein, auf mich zu und schüttelte mir kräftig die Hand. Im ersten Moment wollte ich ihn fragen von welcher Firma er der Vertreter sei... Vielleicht wollte er ja auch nur schauen, ob eine Gehilfin einen Apéro wünscht... ;)

Ich grüsse euch mit Ballett-Muskelkater und Konferenz-Vorfreude!
Be blessed!

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