Zwei Berufene, zwei Reaktionen.
Szene 1:
Als Zacharias im Tempel war erschien im der Engel des Herrn und die ersten Worte waren: "Hab keine Angst, Zacharias! Gott hat deine Gebete erhört. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn schenken, und du sollst ihn Johannes nennen. (...)".
Zacharias fragte den Engel: "Wie kann ich sicher sein, dass das wirklich geschehen wird? Ich bin jetzt ein alter Mann und auch meine Frau ist schon in fortgeschrittenem Alter."
Engel: "Ich bin Gabriel. Ich habe meinen Platz in der Gegenwart Gottes. Er hat mich mit dieser frohen Botschaft zu dir gesandt! Weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, wirst du nicht mehr sprechen können, bis das Kind geboren ist. Denn meine Worte werden sich erfüllen, wenn die Zeit gekommen ist".
Szene 2:
Gabriel erschien Maria, die mit Josef verlobt war und sagte: " Sei gegrüsst! Du bist beschenkt mit grosser Gnade! Der Herr ist mit dir!"
Erschrocken überlegte Maria, was der Engel damit wohl meinte.
Da erklärte er ihr: " Hab keine Angst, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, den du Jesus nennen sollst.(...)"
Maria fragte den Engel: " Aber wie kann ich ein Kind bekommen? Ich bin noch Jungfrau."
Engel: " Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Macht des Allerhöchsten wird dich überschatten. (...) Denn bei Gott ist nichts unmöglich."
Maria: "Ich bin die Dienerin des Herrn und beuge mich seinem Willen. Möge alles, was du mir gesagt hast, wahr werden und mir geschehen."
Vor kurzem habe ich den Abschnitt in Lukas 1 gelesen und mir sind die Berufungen von Zacharias und Maria ins Auge gestochen. Warum nimmt Gott dem Priester die Stimme weg und Maria nicht? Beide haben Rückfrage gestellt. Beide haben auf die ungünstige Situation hingewiesen: Zacharias ist zu alt und Maria ist unverheiratet.
Mir ist aufgefallen, dass Zacharias Zweifel an der Richtigkeit der Botschaft geäussert hat. Die Antwort des Engels ist klar und sie weist uns Menschen wieder mal darauf hin, dass wir einen Gott über uns haben: Ich bin Gabriel! Ich habe meinen Platz in der Gegenwart Gottes! ER hat mich mit diese Botschaft gesandt.
Bum! Lieber Zacharias, das muss genügen. Hinter dieser Aussage steht ein ganzes Universum und die ganze Grösse und Allmacht Gottes. Der Engel hat es nicht nötig sich zu rechtfertigen. Das er aus Gottes Gegenwart mit dieser Botschaft gesandt wurde, das muss genügen. Bei dieser Aussage geht es mir durch Mark und Bein - genau wie wenn ich den Sternenhimmel betrachte. Ich fühle mich klein und unbedeutend aber die Herrlichkeit ist, das Gott trotzdem eine frohe Botschaft persönlich vorbeibringen möchte - durch einen der sonst in der Gegenwart Gottes wohnt.
Ich denke, Maria hat genau das erkannt. Sie hat sich erkundigt, wie Gott es anstellen möchte und er hat es ihr erklärt und danach hat Maria erkannt, welche Ehre ihr zuteil wurde und sich zur Verfügung gestellt.
Besonders bemerkenswert finde ich, dass der Engel beiden sagt: Hab keine Angst! Es ist dem himmlischen Wesen bewusst, was seine Erscheinung auslöst und möchte das wir wissen, dass wir keine Angst vor ihm zu haben brauchen. Wie rücksichts- und liebevoll, das doch ist! Und so einer kommt aus der Gegenwart Gottes? Lernt man da so nette Dinge? Dann muss es da wirklich schön sein!
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